Spritzhilfe

Für die Patientengruppe, denen die Überwindung zum Selbstspritzen fehlt oder die die Spritzennadel nicht selber setzen können, bot die medizinische Industrie hier dargestellte Hilfen an.

Schon in den 1930er Jahren gibt es Möglichkeiten sich dieser Hilfen zu bedienen.

Palmer Injector, 1935

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Ein weiteres Beispiel aus den USA zeigt eine Spritzhilfe mit Namen „Busher“.

Hier drei Modelle zusammen mit einer Originalwerbung aus dem Jahre 1937.

BD Busher Originalwerbung, 1937

 

Man unterscheidet zwischen den Einen, bei denen man die Spritze auf- oder einlegt und den Anderen, die eigentlich schon eigenständige Spritzen sind. Alle ermöglichen mittels Federkraft und Einstelltiefe der Kanüle, diese ins Fettgewebe zu verbringen. Erst jetzt wird das Insulin abgegeben. Diese Injektoren haben in den 1950er und 1960er Jahren ihre Hochkonjunktur.

Insulininjektoren

 

Besonders verbreitet war das Modell Helinos des schwedischen Unternehmens Getinge. Diese schmerzarme Diabetiker-Spritzhilfe wurde von 1954-1986 weltweit verkauft.

Spritzhilfe Helinos, Schweden

 

Auch bei der Einführung der Plastikspritzen ändert sich an diesem Problem nichts. Hier gibt es ebenfalls Möglichkeiten über die man verfügen kann.

Haselmeier, Spritzhilfe

 

Die wahren Durchbrüche erfolgten Anfang der 1980er Jahre einerseits durch den MADI-Pen aus der ehemaligen CSSR und andererseits durch den NOVO-Pen aus Dänemark. Die in der Tschechoslowakei u.A. durch Prof. Chlup entwickelte Injektionshilfe wurde im Jahr 1983, also kurz vor dem NOVO-Pen im Jahre 1984, zum Patent angemeldet und schließlich auch etwas früher patentiert.

 

                                                                   MADI-Pen, CSSR mit Anleitung

 

Bedingt durch den damaligen „eisernen Vorhang“, d.h. die politische Situation in Europa bleibt er allerdings im „Westen“ weitgehend unbekannt.

Im Gegenzug dazu entwickelte sich der NOVO-Pen zu einem Verkaufsschlager und viele Benutzer / Innen sind noch heute traurig darüber, dass er nicht mehr produziert wird.

 

                                                      Novo Insulinpen, 1985

 

Diese Stifte, wie die Pens übersetzt heißen,  haben die Form eines solchen und verdienen so diesen Namen. Sie ersetzen von nun an das Mitnehmen von Spritze, Kanüle,  Transportbehälter und Insulinampulle. Durch Drehen des oberen Knopfes stellt man die gewünschte Insulingabe ein. Durch Drücken erhält man die vorher definierte Insulinmenge.

 

 

In der DDR sieht dieser PEN ca. zwei Jahre später ähnlich aus.

Injecta-MD2, DDR

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Nachfolgend in einer Übersicht die ersten Insulinpens von bekannten Firmen mit den jeweiligen Fertigungsjahren.

Hoechst OptiPen, 1989 OptiPen 1 der Firma Hoechst, 1989

Hoechst und Disetronic OptiPen, 1990 Die 1. Elektronik Pens von Hoechst und Disetronic, 1990

BD Pen Classic, 1991 für Eli Lilly BD Pen Classic für Eli Lilly, 1991

DiaPen 1, Eli Lilly, 1993 DIAPEN 1 für Eli Lilly, prod. von Firma Haselmeier, 1993

BerliPen 1 + 2, 1994 BerliPen 1 und 2 von Berlin-Chemie, 1994

Disetronic Pen Disetronic Pen, hier ist das Jahr noch nicht geklärt.

 

Heute gibt es eine große Anzahl an solchen Spritzhilfen. Jährlich kommen viele Neue hinzu. Viele Betriebe produzieren diese Geräte. Im Repertoire verfügen alle über verschiedene Pen- und Kanülengrößen, Dosierschritten für die Insulinabgabe, die Möglichkeit der Bestückung unterschiedlicher Insuline und Farben.

 

                           EBU_Pens-Vitrine   © E. Unfried                                                                

 

Immer mehr Firmen lassen sich von Künstlern und Künstlerinnen Pens im Industriedesign anfertigen und schaffen so kleine Kunstwerke. Ob diese Kreationen hilfreich sind, die Stoffwechsellage zu verbessern, wollen wir nicht beurteilen.

               Sonderedition Insulinpens Berlin- Chemie Menarini  Beispiele der Firma Berlin-Chemie Menarini.

 

 

Die ersten, so genannten Insulin-Fertigpens kommen Ende der 1990er Jahre und sollen so den diabetischen Alltag noch einmal erleichtern. In diesen Geräten ist die Insulinampulle fest integriert, so dass man lediglich noch die Pennadel aufschrauben muss. Nach dem Verbrauch wird der Fertigpen entsorgt.

Sechs Fertigpens

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Zum Ende dieser Seite zeigen wir einige unserer internationalen Spritzhilfen und wollen uns herzlich bei der Firma Ypsomed aus der Schweiz für die Unterstützung bei der Bereitstellung von Exponaten bedanken.

                   Einmalpens international mit Fahnen der Ursprungsländer  Insulinpens international mit Flaggen der Ursprungsländer

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